Wettbewerb Wohnheim Belp

Ein Wohnheim für 12 Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung

Zeitraum
May 2013 - Jun 2013
Leistungsphasen
Wettbewerb
Projektleitung
Max Salzberger
Michael Lautwein
Marc Over
Moritz Winkler

Ein Wohnheim für 12 Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung

Der Entwurf nimmt Rücksicht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bewohner und Betreuer, gliedert Tagesabläufe sowie Funktionen in unterschiedliche Gebäudeabschnitte, bzw. Häuser und wirkt dadurch therapieunterstützend.

Die Häusertrennung ermöglicht ein individuelles Leben und Betreuen der Bewohner. Die Orientierung wird durch farbliche Aussen-, als auch Innengestaltung und eine aufschlussreiche, geordnete Strukturierung der Grundrisse vereinfacht.

Die Verkehrswege sind so angelegt, dass Bewohner möglichst kurze und direkte Erschließungen der Therapieräume erhalten, ohne dabei andere Bewohner zu tangieren. Dieses Prinzip wird bis zur Garteneinteilung fortgesetzt, die durch eine Zonierung individuelle Bereiche ausbildet. Der Innenhof, mit introvertiertem Charakter, dient der Belichtung sowie Belüftung und schafft eine zusätzliche Aufenthaltsqualität für Betreuer und einzelne Bewohner.

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Konzept

Nach unserem Konzept gliedert sich das Wohnheim in vier, nach Funktion getrennte Häuser, die sich um ein Atrium im Zentrum anordnen. Das „Haus der Betreuer“ (Eingangshalle, Betreuer), das „Haus der Gruppe“ (WG Bewohner), das „Haus der Einzelnen“ (Studiowohnungen) und das „Haus der Funktionen“ (allgemeine Therapieräume) entwickeln jeweils ihren eigenen Charakter und ermöglichen einen optimalen Therapieablauf für die Bewohner und Betreuer. Die deutliche Trennung der Bereiche soll für die Bewohner eine klare Orientierung bieten und die therapeutische Ordnung der Tagesabläufe auf architektonischer Ebene unterstützen.

Städtebauliche Einfügung

Wie im Modell und Lageplan zu erkennen, gliedert sich der Baukörper wie selbstverständlich in die heterogene Umgebungsbebauung ein. Die Proportion der, zur Gürbe hin orientierten Nachbarbebauung (Wohnbebauung) wurde in den beiden Bewohnerhäusern aufgegriffen und mit dem „Haus der Betreuer“ und dem „Haus der Funktionen“, die sich von der kleinteiligen Bebauung im nord-westen ableiten, zu einem harmonischen Ganzen zusammengefügt.
Durch die an einer Linie ausgerichtete Westfassade wird ein klarer Abschluss zur Straße geschaffen, der gemeinsam mit den geplanten Nebenanlagen einen Platz schafft.

Architektonische Umsetzung

Um die äußere-, sowie innere Ablesbarkeit der vier Baukörper klar verständlich werden zu lassen haben wir die Häuser deutlich von einander abgerückt. Hierdurch entstehen zwischen den Häusern Freiräume, in die wir die zur Erschließung der einzelnen Geschosse notwenigen Treppen eingestellt haben. Die nach außen offene Bauweise der Treppenhäuser in Verbindung mit dem, das Atrium umschließenden Umgangs ermöglichen den Bewohnern und Betreuern über möglichst kurze Wege zu dem jeweiligen Gebäudeteil zu gelangen, ohne dabei andere Wohnbereiche tangieren zu müssen. Die Bewohner erhalten weiterhin im jeweiligen Wohnhaus eine, dem Haus zugehörige Erschließung der Gartenanlage.

Haus der Betreuer

Das „Haus der Betreuer“ beinhaltet die Eingangshalle, in der Besucher, Angehörige und Anlieferungen ankommen. Die Halle reicht über zwei Geschosse und bietet den Betreuern im ersten Obergeschoss die Möglichkeit Vorgänge in diesem Bereich wahrzunehmen. Das Haus leitet Besucher an dem Atrium vorbei zum Haupttreppenhaus, womit die einzelnen Geschosse erreicht werden können.

Haus der Gruppe

Das Haus der Gruppe ist aufgeteilt in drei Geschosse mit jeweils bis zu vier Bewohnern. Dabei sind die jeweiligen Geschosse in einen gemeinschaftlichen, über einen Eingang zum Haupttreppenhaus erschließbaren Teil und einen nach Osten ausgerichteten privaten Bereich der Bewohner unterteilt. Die Bereiche sind durch einen Gang verbunden, in den das Betreuerzimmer zur besseren Aufsichtsmöglichkeit eingestellt wurde. Der Gang wird dadurch kürzer und für Bewohner fassbarer. Der private Bereich besitzt einen „Nebeneingang“, der den Bewohnern den direkten Weg zum „Haus der Funktionen“ ermöglicht.

Haus der Einzelnen

Das „Haus der Einzelnen“ ist so organisiert, dass drei Studiowohnungen im Dachgeschoss untergebracht sind. Zwei weitere Studiowohnungen verteilen sich auf das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss, in dem auch die gemeinschaftlichen Räume untergebracht sind. Im Erdgeschoss ist für die Bewohner ein direkter Gartenzugang möglich.

Haus der Funktionen

Im „Haus der Funktionen“ ist im Gartengeschoss das Therapiebad untergebracht. Dieses kann über großzügige Fenster-Türen zum Garten hin flächig geöffnet werden. Es besteht zudem die Möglichkeit, über den südlichen Nebeneingang das Bad für externe Nutzer zugänglich zu machen.
Als Ausnahme und den hauscharakter-unterstreichendes Element werden alle Räume im „Haus der Funktionen“ über den anliegeden Gang erschlossen. Da das Waschen der Kleidung in der Waschküche eine für die Bewohner wichtige, therapeutische Bedeutung besitzt wurden die dazu nötigen Räume systematisch im ersten Obergeschoss angeordnet. Im Dachgeschoss befinden sich die Ateliers, die in Richtung Garten durch einen Arkadengang verbunden werden.

Gestaltung des Aussenbereichs

Der Aussenbereich wurde Richtung Gürbe terassenförmig-abfallend ausgestaltet und bildet so private Gartenbereiche für die Bewohner der Studiowohnungen, sowie der Wohngemeinschaften. Der nach Osten gerichtete Gartenbereich orientiert sich an dem „Haus der Funktionen“ und hat einen gemeinschaftlich-therapeutischen Charakter.